Titelbild zur Geschichte der Veldener Märkte, Fotoquelle: Archiv Markt Velden

Geschichte der Veldener Märkte

Die Wochen- und Jahrmärkte - aus der 1200-Jahr-Festschrift von H. Weindl

Wochenmarkt (seit 1410)

Das älteste Privileg (...dieser Art) ist die Urkunde Herzog Heinrichs IV. vom 17. Mai 1410, wodurch den Bürgern des Marktes Velden das Recht zugesprochen wird, alle Erchtage (= Dienstage) einen Wochenmarkt abzuhalten. Wenn zu eingangs dieser Urkunde bereits von den „Bürgern des Marktes" die Rede ist, muß angenommen werden, daß die eigentliche Marktrechtsverleihung schon früher vollzogen worden war. Durch diese Verleihung hatte sicherlich der Handel und das Gewerbe im Markte einen besonderen Auftrieb erfahren.

Der Wortlaut der Urkunde folgt.

Michaelimarkt und Mittefastenmarkt (seit 1516) - aus der 1200-Jahr-Festschrift von H. Weindl

Die zwei ältesten gefreiten Jahrmärkte, die der Markt Velden besitzt, sind der sogenannte Michaelimarkt (am nächsten Tag nach St.  Michael) und der Mittefastenmarkt (am Dienstag nach dem Sonntag Reminiscere in der zweiten Fastenwoche). Sie wurden verliehen durch die Urkunde vom 12. März 1516.

Wortlaut der Urkunde folgt

Petersmarkt (seit 1717) - aus der 1200-Jahr-Festschrift von H. Weindl

Wenn auch die wirtschaftliche Bedeutung der Jahrmärkte gegenüber früheren Zeiten bedeutend zurückgegangen ist, so ist der Petersmarkt immer noch der größte und am meisten besuchteste von allen Märkten in Velden. Man könne deshalb schon zu der Vermutung kommen, er wäre der älteste gefreite Veldener Jahrmarkt. Dem ist aber nicht so. Erst 200 Jahre nach der Verleihung des Michaeli - und Mittefastenmarktes wurde mit Urkunde vom 29. April 1717 dem Markte Velden zugestanden, einen dritten Jahrmarkt am Sonntag nach Peter und Paul abzuhalten.

Bereits im Jahre 1553 richtete der Bürgermeister und Rat des Marktes Velden ein Gesuch an Herzog Albrecht V. um Verleihung eines dritten Jahrmarktes an Peter und Paul. Aus diesem Gesuch ist zu entnehmen, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse des Marktes damals keine allzu günstigen gewesen zu sein scheinen. Es heißt nämlich dort

(Wortlaut folgt)

Dieser Wunsch scheiterte an dem Widerspruch der dadurch betroffenen Nachbarorte (z. B. Vilsbiburg, Geisenhausen, Dorfen, Erding). 1580 bat der Kammerer und Rat des Marktes Velden wiederum um einen dritten Jahrmarkt am Montag nach hl. Kreuzauffindung und begründete seinen Antrag mit der schlechten gewerblichen Lage und den armen Bürgern. Nachdem sie keine Landstraßen haben und alle Wege, Stege und Straßen, die im Burgfrieden liegen, selbst richten müssen, diese Wege aber tief seien und viel Geld verursachen, also wenige Leute aus der weiteren Umgebung nach Velden kommen, jedoch ohne Erfolg. 1607 wiederholten die Veldener ihre Bitte, das Gesuch wurde jedoch wieder abgelehnt. Ebenso erfolglos war auch eine weitere Eingabe vom Jahre 1613. Der nächste Versuch wurde 1717 wieder unternommen, der dann endlich zur gewünschten Genehmigung eines dritten Jahrmarktes am Sonntag nach Peter und Paul führte. Die Verfügung ist vom 29. April 1717 und lautet:

(Wortlaut folgt)

Mit Schreiben vom 29. Mai 1717 wurde der Rat des Marktes Velden von dieser Verfügung benachrichtigt.

 

Georgimarkt, Lorenzimarkt, Kathreinmarkt (seit 1790) - aus der 1200-Jahr-Festschrift von H. Weindl

Die Verleihung des Georgimarktes (heute Pfingstmarkt genannt), des Lorenzimarktes und des Kathreinmarktes (heute Adventmarkt genannt) fällt in das Jahr 1790. Laut Verfügung vom 26. Juli 1790 wurden diese drei neuen Jahrmärkte verliehen und gleichzeitig die Genehmigung erteilt, am darauffolgenden Tag nach jedem der 6 Jahrmärkte einen Viehmarkt abhalten zu dürfen. Die Gemeindeverwaltung von Velden richtete am 15. Ju1i 1835 an das Landgericht  Vilsbiburg  die Bitte, den am 2. Sonntag und Montag darauf im August fallenden sogenannten Lorenzi-Markt und Viehmarkt immer auf den 10. August zusammen verlegen zu dürfen. Sollte der 10. August ein Freitag oder Sonntag sein, so solle der Markt am 11. August stattfinden. Auch die Bäcker, Krämer und Metzger seien mit dieser Verlegung einverstanden. Jedoch die Regierung lehnte diese Verlegung mit Entschließung vom 24. Juli 1836 ab mit der Begründung, daß dadurch ein Arbeitstag wegfalle, was sich besonders während der Erntezeit schlecht auswirke.

Jetzt (1973) werden in Velden noch folgende Warenmärkte abgehalten:

am zweiten Fasten-Sonntag der Mittefastenmarkt, am Sonntag vor Pfingsten der Pfingstmarkt, am 2. Samstag und Sonntag im Juli der Petersmarkt, am 3. Sonntag im August der Lorenzimarkt, am 1. Sonntag im Oktober der Michaelimarkt, am 1. Advent-Sonntag der Adventmarkt.

Mit Entschließung der Regierung von Niederbayern vom 4. Oktober 1960 wurden sämtliche, bisher in der Marktgemende Velden stattgefundenen zwölf Nutzvieh- und Ferkelmärkte aufgehoben.