Archivale Nachforschungen - ein Überblick

Forschungsarbeiten & Sammlungen von Peter Käser

Die früheste Nennung von Velden an der Vils im Jahr 773

Velden, als „feldin“ am 13. September 773 in einer Aufschreibung des Bistums Freising genannt, ist der früheste Beleg für einen Ortsnamen im Altlandkreis Vilsbiburg. Dabei werden in der Aufschreibung die Priester mit Namen Sigo, Similiter und Roadperth sowie der Diakon Erlapalt genannt; sie übergeben ihre Besitztümer der Freisinger Bischofskirche. Der Besitz des Priesters Sigo befindet sich in der „Grenznachbarschaft zu Velden“. Der bayerische Herzog Tassilo III. stimmt den Schenkungen zu.

Jahr 802: Direkte Namensnennung von Velden "Feldum"

Die Zeitspanne vom Jahr 773 bis zu den nächsten Nennungen von Velden in den Jahren 802 und 818 sind kurz. Velden hatte sich zum Verwaltungsbezirk entwickelt; zu einem Zentrum eines herzoglichen bzw. königlichen Wirtschats- und Verwaltungsbereiches, eines so genannten Gaues, dem „Gau Felda“. In einer Freisinger Traditionsnotiz vom 11. Juni 802 wird die Vorstellung über das damalige „Feldum“ klarer. Dort heißt es, dass Graf Audulf in „Feldum“ in einen Rechtstreit entschied. Damit ist Velden als zentraler Ort mit dem Grafengericht für die weit um Velden herum liegende Umgebung dokumentiert. In der Aufschreibung vom 11. Juni 802 geschieht nun auch die derzeit früheste erste Notiz, bei der Velden selbst eindeutig angesprochen wird.

Velden im Spannungsfeld der Seßhaftmachung - Frühgeschichte
Römische Funde bei der Burglochschanze Haideck, nördlich von Velden, darunter Keramik und eine Münze

Die Einwanderung und Seßhaftmachung der ersten Siedler und Bauern dürfte an der oberen Vils vor etwa 7.500 Jahren geschehen sein. Ein Schuhleistenkeil wird dem Zeitfenster der Linearbandkeramik ca. 5.500 – 4.900 v. Chr. zugeordnet; Silex-Feuersteinabschläge der Zeitepoche des Neolithikums ca. 5.000 – 2.000 v. Chr.

Einige hundert Meter nördlich des Marktes Velden an der Vils wurden bei Hofbruck diese Funde gemacht. Nicht uninteressant sind römische Funde: Keramik und eine Münze, bei der Burglochschanze bei Haideck, nördlich von Velden.

Die Burglochschanze bei Velden
Burglochschanze bei Velden

Der Markt Velden an der Vils ist eingekreist von frühen Burgnennungen und Schanzen-Ringwallanlagen. Einige davon sind heute noch gut sichtbar mit aufgeschütteten Wällen. Vielleicht hängt dieses alles damit zusammen, dass über Velden einmal ein Altstraße, vielleicht sogar eine Römerstraße führte?

Versteckt im Wald, nördlich von Velden bei Haideck/Burghab befindet sich im Burgholz eine große Wallanlage, die „Burglochschanze“. Anhand des Funds einer römischen Münze und römischer Keramik, könnte die Anlage als römisches Feldlager gedient haben; und in späteren Jahrhunderten als Fliehburg, z. B. vor den einfallenden Ungarn im 10. Jahrhundert.

Wo stand der Veldener Königshof – vielleicht keine Hypothese!

Stand der historische Verwaltungshof gleich neben der Pfarrkirche?

Dr. Erich Stahleder schreibt 1973 in „1200 Jahre Velden“: Den Aufschreibungen in den Traditionen des Hochstiftes Freising zufolge, war Velden (Feldin) ein herzoglicher bzw. königlicher Wirtschafthof. Dieses Feldin selbst, darf man sich als großen Gutshof in der Nähe der Kirche vorstellen. Vielleicht sicherte sogar ein aufgeschütteter Erdring den Sitz (Burgstall) des Verwaltungsbeamten, der die umliegenden herzoglichen Streusiedlungen verwaltete und die Aufsicht darüber, bis zur Gerichtsbarkeit hin ausübte.

Hier wird nun der Versuch gemacht, einem nördlich der Veldener Pfarrkirche befindlichen Königshof eine Daseinsberechtigung zu geben. Ein Vergleich mit dem Standort der Grafenburg in Geisenhausen wird angestellt.

Abb.: Auf dem Areal nördlich der Veldener Pfarrkirche, stand vielleicht einmal der Königshof. Auszug aus der Katasterkarte von 1812. Bearbeitet von Peter Käser.

Die Anfänge einer Herrschaftsstruktur im Untersuchungsgebiet: ▪ Velden ▪

Herrschaftsorganisationen im Bereich Velden

Herzogshof – Königshof – Hochstift Regensburg, Bischofsherrschaft


Eine Freisinger Traditionsaufschreibung vom 13. September 773 nennt erstmals das „confinium Feldin“ als früheste Verwaltungs- und Herrschaftseinheit für Velden an der Vils.

Velden war unter dem Bayernherzog Tassilo III. ein alter agilolfingischer Herzogshof, dann ab 788 unter dem Frankenkönig Karl dem Großen ein karolingisches Königsgut.

Am 12. August 903 schenkt König Ludwig das Kind den königlichen Hof „curtis Feldin“ zu Velden an der Vils … der Uelda genannt wird, den seine Mutter Oda von ihrem Gatten Kaiser Arnulf erhalten hatte, an den Regensburger Bischof und an das Kloster Sankt Emmeram.

Peter Käser

Die herzogliche Besitzaufschreibung vom Jahr 1300

Die herzogliche Besitzaufschreibung vom Jahr 1300,
als frühes Zeugnis urbanen Lebens in unserer Heimat.
- » die Hofmark Velden, im Besitz des Herzogs.

50 Jahre nach der Übernahme Bayerns durch die Wittelsbacher eruiert der bayerische Herzog Otto II. (der Erlauchte) in einer Zusammenstellung, dem I. Herzogsurbar von 1231/34, die ihm zufließenden Einkünfte aus seinem Landshuter Amt und den 23 Unterämtern.

Ein II. Urbar, eine Aufschreibung mit dem herzoglichen Besitz in Niederbayern, wird nach den Jahren der Markt- und Städtegründungen, im Jahr 1300 fertig gestellt.

Das Salbuch von 1300 (II. Urbar) führt im Gericht Vilsbiburg einen über die Stadt Vilsbiburg weit hinausreichenden Rechtsbezirk auf. Neben dem Zoll von Vilsbiburg werden die Beizölle in Solling und Gerzen genannt, aber auch die herzogliche Hofmark Velden.

Peter Käser

Es sind auch veldnerische Eigen in der Hofmark zu Velden
Die Adeligen der Reickher auf dem Sitz Biedenbach bei Velden

In der Pfarrkirche Velden, in Ruprechtsberg bei Velden und in der Pfarrkirche von Aich in der Gemeinde Bodenkirchen sind die Stammbegräbnisse der Adeligen der Reickher mit einigen großen Marmor-Grabmälern.

Die Reickher waren Burgverwalter des Regensburger Hochstiftsbesitzes Eberspoint bei Velden.

Ihr Besitz war an der Vils und Bina: In Biedenbach bei Velden, Samberg, Aich, Langquart in der Gde. Bodenkirchen und Vilssöhl bei Vilsbiburg. Tywold Reickher war Rentmeister Herzog Ludwigs und Hofmeister des Klosters Seligenthal in Landshut, wo er auch begraben liegt.

Landkreis Vilsbiburg: Velden

Der Landkreis Vilsbiburg: Velden

Im Jahr 1962 konnten die bayerischen Landkreise auf ihr 100jähriges Bestehen zurückblicken.

Der Vilsbiburger Kreistag mit Landrat Dr. Gregor Hartl beschlossen in einer Sitzung am 30. April 1962 ein Heimatbuch für den Landkreis Vilsbiburg herauszugeben, in dem alles Wissenswerte und Interessante festgehalten wird.

Im Heimatbuch des Landkreises Vilsbiburg, herausgegeben 1966, wird ab Seite 87 die Geschichte von Velden beschrieben, so auch Eberspoint, und auf Seite 181 das Wappen des Marktes Velden.

Peter Käser

Niederbayerische Heimatblätter

Die Niederbayerischen Heimatblätter waren eine Beilage zum Vilsbiburger Anzeiger.

Ludwig Gernhardt untersucht 1930 die Geschichte von Velden

1930: Geschichte Velden

Pfarrer Bartholomäus Spirkner untersucht 1930/31 die Geschichte des Regensburger Hochstiftsbesitzes Velden-Eberspoint

1930/31: Der Regensburger Hochstiftsbesitz Velden-Eberspoint

Der Vilsbiburger Oberlehrer Gottfried Hertle, setzt sich 1938 mit der Geschichte von Eberspoint auseinander

1938: Geschichte Eberspoint

Wissenswertes zum Rokoko-Hochaltar der Kirche Kleinvelden
Rokoko-Altar von Heinrich Hobmann in der Kirche Kleinvelden; Fotoquelle: Peter Käser
Rokoko-Altar von Heinrich Hobmann in der Kirche Kleinvelden; Fotoquelle: Peter Käser

Heinrich Hobmann, ein Kunstschreiner des Rokoko aus Velden an der Vils.

Er zählte nicht zu den berühmten Kunstschreinern des 18. Jahrhunderts. Geboren wurde er 1733 in Velden und war der zweite Sohn der Schreinereheleute Heinrich und Maria Hobmann, einer geborenen Brenninger.

Der Theologe, Autor und Kirchenhistoriker Georg Brenninger möchte den Veldener Kunstschreiner Heinrich Hobmann mit seiner Untersuchung der Vergessenheit entreißen, da wir in unseren kleinen Landkirchen immer wieder auf neu zu entdeckende Kostbarkeiten aus seiner Hand stoßen.

Peter Käser

Eine Eremitenklause bei Kleinvelden?
Der hl. Leonhard, Einsiedler von Limoges
Der hl. Leonhard, Einsiedler von Limoges

Die großen Erwartungen des Einsiedlers Jakob Bernhard Matzinger, bei der Kirche in Kleinvelden vor 175 Jahren eine Eremitenklause mit Kirchlein zu errichten, hatten sich schnell zerworfen. Vieles war schon 1845 geplant und durchdacht. Genehmigungen wurden eingeholt und der Veldener Metzgermeister Sedlmayer hatte auch schon einen Grund für eine Klause mit Kapelle zur Verfügung gestellt. Dennoch war das ganze Vorhaben schnell im Sande verlaufen. Der Eremit Matzinger hatte nichts Angespartes, und er hatte kein Geld um seinen Traum von einer Klause mit Kirchlein umzusetzen.

Peter Käser

Vilssöhl: Kirche-, Orts- und Hofgeschichte
Schlosskirche Vilssöhl

Der Weiler Vilssöhl liegt in der Verwaltungsgemeinschaft Velden, im Bistum München-Freising und gehört zum Pfarrverband Velden.

Die kleine Schlosskirche die dem heiligen Erasmus geweiht ist, steht unmittelbar an der Vils. Nicht weit davon entfernt stand das Schloß Vilssöhl, das vor 1808 bei den Grafen Von und Zu Alt- und Neufraunhofen im Besitz stand, dann aber in private Hände kam. Die bayerischen Herzöge hatten schon 1230 die Hand auf dem Besitz an der Vils. Auch die weiterführenden Urbare nennen Vilssöhl beim Herzog. Die Ottonische Handfeste 1311 brachte es vermutlich mit sich, dass sich der einfache Landadel das herzogliche Lehen aneignete – und es waren deren Viele.

Zu einem Sitz und Hofmark gehörten natürlich eine große Ökonomie, eine Mühle und eine Kirche. Sie wird als kleine gotische Anlage dem 15. Jahrhundert zugeschrieben. Eine wöchentliche Messe musste der Pfarrer von Holzhausen halten. Die Adeligen der Schleich hatten im Chorgewölbe auf einem Schlussstein ihr Stifterwappen hinterlassen. Heute ist der Stein übermalen. In der Kirche befinden sich gute Skulpturarbeiten um 1480/1500. Einer Votivtafel nach zu urteilen, hat es auch einmal eine Wallfahrt zum heiligen Erasmus von Vilssöhl gegeben.

Die Kirche ist schön restauriert und auch einmal einen Sonntagsausflug wert.

Für eine Haus- und Hofgeschichte wurden im Staatsarchiv von Landshut die Gebäude-Fassion des Steuer-Distrikts Vilssöhl von 1808, der Kataster vom Jahr 1845 und die anschließenden Umschreibhefte für alle Anwesen von Vilssöhl und dem benachbartem Holzhäusel bearbeitet.

So ergibt sich auch für einen kleinen Weiler wie Vilssöhl durch eine Nachforschung ein geschichtliches Bild, das für manchen Interessierten überraschend ist.

Peter Käser

Kirchenbau Eberspoint
Kirche St. Andreas, Eberspoint; Quelle: Peter Käser
Kirche St. Andreas, Eberspoint

Die Eberspointer Kirche St. Andreas fällt zusammen!

Eine Renovierung oder doch ein Neubau?

 

Nicht nur die Pfarrkirche St. Andreas in Eberspoint im Pfarrverband Velden verdient eine gründliche Untersuchung ihrer Historie. Der ehemalige Hochstiftsbesitz des Regensburger Bischofs an der Vils - im Bistum München-Freising, hat eine interessante über tausendjährige Geschichte vorzuweisen.

Die Kirche auf dem Burgberg war noch vor 200 Jahren dem Schlossareal integriert.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kirche dem Verfall preisgegeben – und man wollte sie auch zusammenfallen lassen. Dann war ganz intensiv ein Neubau geplant. Das Hin und Her endete mit einer Restaurierung, welche die Eberspointer selbst in die Hand nahmen – das königliche Bezirksamt wollte dieses aber schon gut abgesichert wissen.

Nordöstlich von Eberspoint ist das noch ältere Alteberspoint mit einer kleinen Kapelle welche dem Hl. Laurentius geweiht ist. Auch dieses Bauwerk war schon zum Abriss freigegeben.

Verantwortungsbewusste Menschen konnten immer wieder uraltes Kulturgut schützten!

Peter Käser

Aus dem Historischen Atlas von Bayern

Dr. Georg Schwarz aus Dingolfing, bringt 1976 den

Historischen Atlas von Bayern,

Teil Altbayern. Heft 37 heraus.

- ▪ Vilsbiburg: Die Entstehung und Entwicklung der

Herrschaftsformen im niederbayerischen Raum zwischen Isar und Rott.

Für VELDEN liefert Dr. Schwarz eine umfangreiche Geschichtsforschung.

Als Velden lutherisch war - Zweidrittel der Pfarrei waren 1560 evangelisch

1560 wurde das Bistum Freising visitiert. Es war eine turbulente Zeit, - die Zeit der Glaubensspaltung. Der Freisinger Bischof wollte schon genau wissen wie es auf den Pfarreien zugeht. Überprüft wurden auch die Pfarreien Velden und Ruprechtsberg. Nun stellte sich heraus, dass Zweidrittel der Veldener Kommunikanten und von den 550 Kommunikanten der Pfarrei Ruprechtsberg gar 500 in die Grafschaft Haag zum lutherischen Abendmahl gingen. Überall waren Winkelprediger unterwegs; Laien welche die „Neue Lehre“ unter das Volk brachten. Das Pfarrvolk geht zur Predigt, alsbald aber diese aus ist, laufen sie aus der Kirche, und es bleiben nur noch einige Personen in der Kirche. Gar mancher Abweichler wurde des Landes verwiesen und verlor Hab und Gut.

Peter Käser

Söhne katholischer Priester werden wiederum Priester

Nachforschungen zu 500 Jahre Reformation, „Die Reformation vor der Haustüre“ (Siehe Datei - Reformation) erbrachten Ergebnisse zu Priestern welche den Zölibat missachteten, im Konkubinat in heimlichen ehelichen Verhältnissen lebten und viele Kinder hatten. Und es stellte sich heraus, dass aus so mancher Verbindung auch Söhne und Enkel der Berufung des priesterlichen Vaters folgten.

In der Pfarrkirche von Untervilslern (Pfarreiengemeinschaft Velden) steht das Grabmal das Pfarrers Michael Khemater. Er ist der Sohn des Landshuter Kaplans im Schloss (später Burg Trausnitz). Der Enkel des Schlosskaplans, Michael Erasmus Khemater ist Pfarrer von Geisenhausen. Sein Grabmal befindet sich in der Pfarrkirche von Geisenhausen. Unter Pfarrer Khemater verkaufte das Domstift Augsburg die Pfarrei Geisenhausen am 1. Juni 1605 um 17.000 Gulden an das Stift St. Martin und Kastulus in Landshut.

Peter Käser