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Firma Schaltbau plant das "Werk der Zukunft"

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Auf dem neuen Gewerbegebiet an der Bundesstraße 388 bei Kreuz haben die Erdarbeiten für das neue Produktionswerk der Schaltbau GmbH begonnen. Kommt man an die Baustelle, ist man sofort beeindruckt von den Dimensionen des Vorhabens. Im Zuge der Tiefbauarbeiten werden vor Ort dieser Tage an die 80 000 Tonnen Erdreich bewegt. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, das neue Produktionswerk der Schaltbau GmbH fertig zu stellen, denn im Herbst 2022 sollen dort die ersten Schütze gefertigt werden.

Der Geschäftsführer der Schaltbau GmbH, Dirk Konrad, macht deutlich, was den Ausschlag gab, dieses Werk in Velden zu bauen und nicht etwa in Osteuropa: „Die Montage unserer neuen Gleichstrom-Komponenten für die stark wachsenden Märkte New Energy und New Mobility erfolgt mit einem hohen Automatisierungsgrad, so dass der Unterschied im Lohnanteil der Montagekosten nicht von sehr hoher Bedeutung ist. Darüber hinaus können wir hier am Standort des Leitwerkes Velden auf die hohe Fachkompetenz unserer Mitarbeiter auch im Bereich Automatisierungstechnik zurückgreifen.“

Die Nähe zu mehreren möglichen Kunden aus der Automobilindustrie sei natürlich ein weiterer Vorteil des Standortes Velden. Man sehe dabei auch große Chancen, die sich unter anderem aus der Kooperation mit den Hochschulen der Region und dem TZ Puls Dingolfing ergeben, auch zukünftig als innovativer und attraktiver Arbeitgeber hochkarätige Talente für die Firma Schaltbau gewinnen zu können, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens zum Stand der Bauarbeiten.

Zuversichtlicher Blick auf neue Marktchancen

Dirk Konrad zeigt sich überzeugt, den richtigen, strategischen Schritt gemacht zu haben: „Die Corona-Pandemie wird vorbeigehen und es wäre äußerst fahrlässig, die Chancen, die das riesige Wachstum der Märkte bietet, vorbeiziehen zu lassen. Im neuen Werk werden wir in hohem Maße Komponenten wie Schütze und Steckverbinder für Gleichstrom-Applikationen herstellen.“ Überall dort, wo ein Energiespeicher im Einsatz sei, eine Batterie geladen werde oder auch im stark wachsenden Markt der Elektrofahrzeuge fänden Produkte von Schaltbau ihren Einsatz. „Die Märkte für DC-Komponenten wachsen weltweit sehr stark und Schaltbau wird hier selbstverständlich erfolgreich mitwachsen. Die Chancen übersteigen das Risiko bei weitem“, zeigt man sich beim Unternehmen überzeugt.

Dr. Michael Ettl, der die Leitung für das Projekt trägt, erläutert das Besondere am Konzept unter dem Schlagwort „NExT Factory“: „Die neue Fabrik wird eine der modernsten ihrer Art. Nicht nur die aktuell modernsten Produktionsmethoden werden zum Einsatz kommen. Wir haben auch den Anspruch als Zero- Carbon-Fabrik eine Produktion ohne CO2-Emissionen aufzubauen.“ Zum Konzept gehöre eine verantwortungsbewusste Abfallwirtschaft ebenso wie ein sensibler Umgang mit Lärmemissionen im Umfeld er Fabrik. Schon am derzeitigen Produktionsstandort, der an ein Wohngebiet angrenzt, werde das seit Jahren nahezu konfliktfrei gelebt, will man Befürchtungen der Anlieger entgegentreten, die im Zuge Bauleitplanung geäußert wurden (die VZ berichtete).

Photovoltaik liefert Großteil des Stroms

„Im neuen Werk werden die Standards weiter optimiert werden. So haben wir beispielsweise keinen Gasanschluss auf dem Werksgelände beantragt, alle Verbraucher laufen mit Hilfe von Strom“, erläutert Dr. Ettl. „Auf dem Dach des Gebäudes wird dafür eine Photovoltaikanlage mit 1,5 Megawatt den Großteil des benötigten Stroms produzieren. Für einen möglichst hohen Eigenverbrauch und Autarkie wird die erzeugte Energie auf dem Werksgelände sowohl für die Wärme- und Kälteerzeugung als auch für die Produktion der Anlagen gespeichert. Zudem wird die Fabrik als eine der ersten Produktionsstandorte in Deutschland, mit einem DC Smart Grid (Gleichstromverteilnetz) ausgestattet, das die Rekuperation von Energie im eigenen Netz ermöglicht und damit den Gesamtenergieverbrauch reduziert.

Viele Mitarbeiter der Firma Schaltbau sind mittlerweile mit der neuen Fabrik befasst. So wird etwa an den zukünftigen Produktionsmethoden gearbeitet. Robert Huber, der stellvertretende Projektleiter erläutert dazu: „In meinem Team kümmern wir uns um die Abläufe von morgen. Ein großes Augenmerk liegt dabei auf der Digitalisierung der Prozesse nach Lean-Prinzipien. Jetzt müssen Entscheidungen in vielen Bereichen getroffen werden, damit wir dann nach den neuesten Standards produzieren können. Logistikhardware Lagertechnik, Routenzüge oder fahrerlose Transportsysteme“, werden in der Mitteilung des Unternehmens aufgezählt.

Foto 1: Die Baustelle für das neue Werk der Firma Schaltbau im Gewerbegebiet neben der Bundesstraße 388 zwischen Velden und Kreuz.
Foto 2: So wird das neue Werk der Firma Schaltbau nach seiner Fertigstellung von außen aussehen. Mit einem innovativen Energie- und Ökologie-Konzept will der Hersteller von elektrotechnischen Bauteilen auch im weltweiten Vergleich neue Maßstäbe setzen.
(Fotos: Schaltbau GmbH)

Quelle: Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 24.04.2021

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