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Sachstandsbericht zum Breitbandausbau - Information der Verwaltungsgemeinschaft Velden

von Redaktion

© Symbolbild Fotolia Bilddatenbank
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Velden/VG. Der Ausbau der Breitbandversorgung wird viele Kommunen voraussichtlich noch in den nächsten 10 bis 20 Jahren beschäftigen. Dies war das Fazit von umfangreichen Sachstandsberichten, die Michael Räbiger von der Firma Corwese in drei Sitzungen an die Gemeinderäte in Velden, Wurmsham und Neufraunhofen übermittelt hat.

Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Velden wurde in den vergangenen Jahren mit hohen Investitionen und dem Abruf von allen möglichen Fördergeldern die Breitbandversorgung weitreichend verbessert. Das Problem ist jedoch eine starke Streusiedlung in einer Fläche von 100 Quadratkilometer und 263 Ortsteilen.

Im Bereich der von der Telekom Deutschland versorgten Gebiete wird sich durch Vectoring in absehbarer Zeit eine spürbare Verbesserung ergeben. Vectoring ist eine Technik, bei der ohne weitere Ausbaumaßnahmen und ohne Kosten für die Gemeinde von der Telekom lediglich die Software optimiert wird. Allerdings bleibt das Problem der Dämpfung in den Kupferkabeln bestehen, so dass die Leistung mit dem Abstand zu den Kabelverzweigern abnimmt. Die Telekom hat sich verpflichtet, die Umstellung innerhalb von drei Jahren durchzuführen. Dazu rechnet die Firma Corwese für den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft mit einer zeitnäheren Umsetzung.

Somit haben im Gemeindegebiet Velden dann noch 307 Haushalte, im Gemeindegebiet Wurmsham 91 Haushalte und im Gemeindegebiet Neufraunhofen 47 Haushalte einen Anschluss von weniger als 30 Mbit/s. Wenn alle diese Haushalte mit Glasfaser versorgt werden, müssten insgesamt rund 140 Kilometer Kabel verlegt und etwa 50 Verteilerkästen aufgestellt werden. Die vorsichtige Kostenschätzung beläuft sich für den Markt Velden auf rund 5,4 Millionen Euro, für die Gemeinde Wurmsham auf rund 2.4 Millionen Euro und die Gemeinde Neufraunhofen auf rund 1,2 Millionen Euro. Selbst bei einer höchstmöglichen Förderung aus den staatlichen Programmen bleiben den Gemeinden sehr hohe Eigenanteile.

Als für ihn und die Gemeinden enttäuschendes Resümee stellte Herr Räbiger fest, dass der weitere Ausbau der noch unterversorgten Anwesen sehr schwierig sein wird. Leider klaffen hier die politischen Versprechungen und die Meldungen in der Presse mit den tatsächlichen Verhältnissen in Deutschland weit auseinander. Für die Erreichung der vorgegebenen Zielsetzungen der Politik fehlt es an kommunalen Finanzmitteln, geeigneten Planungsbüros, freien Kapazitäten der Firmen und in Deutschland stehen gar nicht so viele Bagger wie notwendig sind zur Verfügung. Vor allem aber erhalten die Kommunen von den Netzbetreibern mangels Wirtschaftlichkeit keine Angebote für Ausbaumaßnahmen. Jetzt neu beschlossene Maßnahmen werden wegen der vielen Aufträge erst in etwa vier Jahren abgeschlossen.

Ein wenig Hoffnung setzen die drei Gemeinden auf das eingeleitete gemeinsame Interessenbekundungsverfahren. Allerdings hat die Telekom Deutschland bei einem Gespräch im Rathaus Velden bereits erklärt, dass sie mangels Wirtschaftlichkeit für den weiteren Ausbau mit Glasfaser in den Bereichen Velden, Wurmsham und Neufraunhofen voraussichtlich kein Angebot abgeben wird. Und selbst nach einem Ausbau der aktuell unterversorgten Haushalte ist das politische Ziel einer flächendeckenden Glasfaserversorgung für das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Velden noch weit entfernt.

Bürgermeister Ludwig Greimel bezeichnete die ganze Thematik als großes Desaster. Die nicht einzuhaltenden Versprechungen und Zielsetzungen der großen Politik sind Lug und Trug zu Lasten der Kommunen und der Bevölkerung. Die daraus resultierende Unzufriedenheit geht auf die Gemeinden zurück, die für den Breitbandausbau nicht primär verantwortlich wären. Der zentrale Ausbau der Wasser- und Abwasserentsorgung hat Jahrzehnte gedauert. Im Bereich der Breitbandversorgung sollen nicht erreichbare Vorgaben in extrem knapper Zeit umgesetzt werden. Hierfür fehlt es an einer klaren Struktur zur Vorgehensweise.

MdB und Marktgemeinderatsmitglied Florian Oßner erwähnte in der Beratung die Bereitstellung von hohen Bundesmittel. Die Umsetzung des Glasfaserausbaus ist eine bundesweit eine große Herausforderung. Er sagte die Unterstützung der Gemeinden bei den zuständigen Stellen in Berlin zu.

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