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Planung für das Parkdeck – Fassade aus Tonziegelelementen

von Redaktion

Das vom Markt geplante Parkhaus an der Ecke Jahnstraße-Bahnhofsstraße wird eine Fassade aus naturroten Ziegel-Lamellen bekommen. Darauf legten sich die Markträte am Donnerstag auf der jüngsten Sitzung des Gremiums einstimmig fest, nachdem Planer Peter Byrne aus Dorfen die aktuellen Überlegungen zur Fassadengestaltung detailliert vorgestellt hatte. Dabei beschrieb er die Ziegel-Lamellen als pflegeleichtes und zugleich dauerhaftes Material – eine Meinung, die im Gremium auf allgemeine Zustimmung stieß.

Das Projekt eines zentrumsnahen Parkdecks, das im Zuge des Ortsentwicklungskonzepts an der Jahnstraße mit Hilfe von Fördergeldern aus der Städtebauförderung errichtet werden soll, nimmt weiter Gestalt an. Unabhängig vom mittlerweile juristischen Tauziehen um die vorgelegte Bauleitplanung für das Parkhaus und die theoretisch möglichen zwei Büroetagen darüber, kümmerte man sich am Donnerstag im Marktgemeinderat um bauliche Details der beiden beschlossenen Parkdeck-Etagen. Es ging dabei um die vor allem für die optische Gesamtwirkung wichtige Frage der Fassadengestaltung. In einer allerersten Vorstellung der Planung für das Parkdeck hatte Architekt Peter Byrne noch eine Außengestaltung mit farbigen Aluminium-Lamellen ins Gespräch gebracht. Diese Überlegungen sind mittlerweile vom Tisch, wie am Donnerstag deutlich wurde. Stattdessen hatte Byrne ein maßstabsgerechtes Modell und Materialproben für eine mit Ziegel-Lamellen verkleidete Fassade dabei. Bei diesen „Baguettes“ genannten Elementen handelt es sich um lange Ziegelteile in nahezu beliebiger Formgebung, wie eine Mustersammlung deutlich machte. Für das Parkhaus in Velden konnte sich Byrne im Erdgeschoß flache, längliche Lamellen vorstellen, für das Obergeschoß schlug er quadratische Profile mit einem Hohlraum vor. Für die Farbgebung riet er dem Gremium zu einem natürlichen Ziegelrot .„Es soll für die Fassade ein Material sein, das lange hält und mit den Jahren eine natürliche Patina bekommt“, machte der Architekt zwei besondere Vorteile des Ziegelmaterials deutlich. Gleichzeitig seien die Profile leicht zu reinigen, wenn das notwendig sei. „Das Material gibt außerdem durch natürliche Farbnuancen dem Gebäude ein Aussehen, das einem Ziegelbau ähnelt. Dabei ist für das Parkhaus eine vergleichsweise offene Bauweise vorgesehen, wie am Donnerstag erneut deutlich gemacht wurde: Der Kern des Bauwerks besteht aus einer Betonkonstruktion, die Fassadenelemente werden an dieser Unterkonstruktion befestigt. Die durchlässige Fassade lässt einerseits einen Teil des Tageslichts ins Parkhaus, andererseits wird dadurch die Entlüftung der beiden Parkdecks ermöglicht, ohne dass eine eigene Lüftungsanlage installiert werden müsste. Angesichts des sich schwer und massiv anfühlenden Musters der quadratischen Ziegel-Fassadenelemente hatte auch keiner der Räte Zweifel an der Haltbarkeit des Materials. Unabhängig davon wies Architekt Peter Byrne darauf hin, dass man einzelne defekte Elemente jederzeit austauschen könne.

 

Holz nicht stabil genug

Auf die Frage aus dem Gremium, ob man auch die Verwendung von Holz für die Fassade untersucht habe, erklärte der Planer, dass Holz für diesen Einsatzzweck nicht stabil genug sei. Überdies sei unbehandeltes Holz mit seinem nach einiger Zeit grauen Farbton nicht jedermanns Sache. „Und wenn sie das Holz behandeln, dann haben sie dauernden Pflegeaufwand“, gab Byrne außerdem zu bedenken. Außerdem verziehe sich Holz als natürliches Material im Laufe der Zeit, was der Optik der Fassade nicht zuträglich sei. Weitere Fragen der Markträte beschäftigten sich mit der Gefahr, dass der Wind Geräusche an den Ziegelelementen der Fassade erzeuge, was Byrne für prinzipiell denkbar aber gleichzeitig auch jederzeit für behebbar hielt, falls es so sein sollte. Auf die Frage, ob die Unterkonstruktion aus Metall die schweren Elemente sicher tragen könne, antwortete Byrne mit einem klaren Ja. Auch eine Begrünung sei möglich, um beispielsweise die lange Gebäudefront entlang der Bahnhofsstraße optisch etwas zu unterbrechen, wie Markträtin Evi Härtl angeregt hatte. Bürgermeister Ludwig Greimel betonte mit Blick auf die vorgestellten Materialien der Fassade, dass es sich dabei keineswegs um Prototypen handle, sondern vielmehr um bewährte Elemente – die allerdings in der Gegend noch nicht sehr verbreitet seien. Ein optisches Beispiel für diese Technik sei das Rathaus von Taufkirchen. „Natürliche Materialien wie Ziegel stehen uns gut zu Gesicht“, zeigte sich Greimel überzeugt von der vorgestellten Fassadengestaltung. Es handle sich um ein absolut gängiges und praktikables Material, das modern und zugleich konservativ wirke. Gleichzeitig ging der Bürgermeister vor dem Hintergrund des Einspruchs gegen die Bauleitplanung auch auf den Baukörper als solchen ein: „Die lichte Höhe in der Bahnhofstraße ist bei der Realisierung der beiden Parkdecks unter vier Meter, in der Jahnstraße sind es etwa sechs Meter. Jedes Haus, das wir in einem Baugebiet genehmigen, ist höher.“ Selbst mit einem weiteren Aufbau wäre das Gebäude nach den Worten Greimels nicht höher als die Bauten der Umgebung – im Zuge der Bauleitplanung für das Parkdeck waren auch Überlegungen angestellt worden, über die beiden Parkdecks zwei weitere Etagen zu bauen, beispielsweise für Büros oder Praxisräume. Entsprechend sollte diese Möglichkeit in der vorgelegten Bauleitplanung offengehalten werden, auch wenn für diese mögliche Erweiterung noch keine konkreten Planungen oder Beschlüsse existieren. „Es wird immer gefordert, den Bodenverbrauch zu reduzieren und nachzuverdichten. Genau das wollen wir im Zentrum machen“, hob Greimel hervor. Die Kritik daran könne er teilweise nicht nachvollziehen. Nach diesem Exkurs zur generellen Intention für das Parkdeck und eventuelle weitere Baumaßnahmen darüber ließ der Bürgermeister die Mitglieder des Marktgemeinderates im Sinne einer Willensbekundung über die vorgestellte Fassadengestaltung der beiden Parkdeck-Etagen abstimmen. Dabei kam ein einstimmiges Votum für die vorgestellten Planungen zustande.

 

Quelle: Pressebericht in der Vilsbiburger Zeitung – Lokalteil Velden am 11. April 2017

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