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Marktgemeinderatsitzung Velden am 06.04.2016

von Redaktion

Die Schwimmerin und die Muse werden neue Veldenerinnen: Für die beiden Skulpturen und ein weiteres Werk aus der Hand von Georg Brenninger wurden am Mittwoch vom Marktgemeinderat neue Standorte ausgesucht.

Daneben gab es auf der jüngsten Sitzung des Gremiums auch wieder Informationen über die Situation der Asylbewerber im Markt. Diese habe sich zwar in Bezug auf die Notunterkunft im Eschenweg entspannt, wie Bürgermeister Ludwig Greimel betonte, allerdings ist man von der Normalität noch ein Stück weg, wie ebenfalls deutlich wurde. Zu beschäftigen hatten sich die Markträte am Mittwoch auch mit mehreren Bauanträgen.

Wer sich intensiv mit dem Werk des 1988 verstorbenen Bildhauers Professor Georg Brenninger beschäftigen möchte, kann natürlich den Figurenfries des Nationaltheaters in München bewundern. Aber an Velden, dem Geburtsort Brenningers, kommt man dennoch nicht vorbei an der Begegnung mit dem Künstler. Eine ganze Reihe seiner Werke schmückt den Ort bereits, drei neue kommen demnächst hinzu: Das Modell des „Söckinger Altars“, im Original eine 14 Meter hohe Altarwand, aber auch als Modell noch mannshoch, wird an einer Wand der Aussegnungshalle im Veldener Friedhof angebracht. Die Skulptur der „Muse“ soll ihren Aufstellungsort am Vorplatz von Kinderkrippe und Kinderhort in der Georg-Brenninger-Straße finden. Darüber, dass man die Figur „Schwimmerin“ zunächst im Eingangsbereich des Rathauses aufstellen wird, herrschte generell ebenfalls Einigkeit. „Die Figur ist relativ klein, da wäre sie sicher gut aufgehoben“, betonte in diesem Zusammenhang Markträtin Ruth Pitz-Schmidhuber (SPD). Albert Huber (ULV) brachte ins Gespräch, dass man die Skulptur ihres sportlichen Bezugs wegen später auch im geplanten Fitnesspark am Vilsufer aufstellen könnte. Schlussendlich vereinbarte man, die von Bürgermeister Ludwig Greimel vorgeschlagenen Standorte für die neuen Brenninger-Werke im Markt zu akzeptieren – Im Rathaus wird man also bald der „Schwimmerin“ begegnen.

Auch ein Sachstandsbericht zur Unterbringung der Asylbewerber im Markt stand am Mittwoch wieder auf der Tagesordnung. „In der letzten Sitzung konnte noch mit einer gewissen Genugtuung bekanntgegeben werden, dass die Notunterkunft am Eschenweg geleert wird – aber die Macht der Fakten hat uns da schnell eingeholt“, lieferte Bürgermeister Greimel die Begründung, warum aus der vom Landkreis angekündigten Pause in der Notunterkunft im ehemaligen Supermarkt doch noch nichts wurde.

Umzug nach Schlägerei

Demnach seien die Asylbewerber aus Velden nach Ergolding umgesiedelt worden – wo es praktisch sofort im Anschluss zu einer Massenschlägerei zwischen neuen und alten Bewohnern der dortigen Notunterkunft gekommen sei (die VZ berichtete). Man habe deshalb die Asylbewerber von Ergolding in eine Einrichtung des Bundes in Feldkirchen gebracht. Dort hätten sie allerdings laut Bürgermeister Greimel keine dauerhafte Bleibe bekommen, weil der Bund als Hausherr sich für nicht zuständig erklärt habe für diese Menschen. Und so seien sie am Ende wieder im Eschenweg in Velden gelandet. Die hiesige Notunterkunft sei dadurch nur ganz kurz leer gewesen, es habe in dieser Zeit wenig bis nichts saniert werden können, unterstrich Greimel. „Die baulichen Unzulänglichkeiten sind nach wie vor vorhanden“, fügte er an. Gleichwohl sei der soziale Druck angesichts der geringeren Zahl von aktuell 74 Bewohnern nicht mehr so groß, betonte der Bürgermeister weiter. Eine Lanze brach man im Gremium für den Einsatz der ehrenamtlichen Betreuer der Asylbewerber vor Ort. Durch die große Zahl der zu betreuenden in Velden seien manche dieser Ehrenamtlichen allerdings an der Erschöpfungsgrenze. Vor diesem Hintergrund wurde dafür geworben, weitere Bürger für diese freiwillige Aufgabe zu gewinnen.

Zur Beratung standen am Mittwoch auch mehrere Bauanträge und Anträge auf Vorbescheid an. Alle wurden einstimmig genehmigt: Die Aufstockung eines Wohnhauses in der Triebenbacher Straße in Velden, der Bau eines Carports in der Posthaltergasse in Velden, eine Doppelgarage in Obervilslern, der Anbau an ein landwirtschaftliches Gebäude in Pfenningsöd, der Neubau eines Einfamilienhauses in der Drechslerstraße in Velden sowie der Umbau eines Wohnhauses in Atzmannsdorf.

Am Rande der Sitzung wurde auch angesprochen, dass der Markt derzeit verstärkt Probleme hat mit Schmutz und Sachbeschädigungen auf dem Freizeitgelände. Bürgermeister Ludwig Greimel schilderte, dass das Schloss der Schranke geknackt worden sei, um das Gelände mit Autos befahren zu können, diverse Einrichtungen vor Ort seien beschädigt worden, außerdem müssten die Bauhofarbeiter beinahe täglich schubkarrenweise Abfall wegräumen. „Es gibt immer wieder Beschwerden der Anwohner wegen Lärmbelästigung“, fügte Greimel an. Man sei übereingekommen, dass eine Schließung des Areals ab 22 Uhr die praktischste Lösung für die Probleme sei. „Notfalls muss das ein privater Sicherheitsdienst auch überwachen“, kündigte der Bürgermeister noch an.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung

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