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Herzliche Gastgeber in Aigrefeuille

von Redaktion

Archiv Velden
Archiv Velden

Überwältigt von der beeindruckenden Gastfreundschaft kehrte eine große Reisegruppe aus der Partnergemeinde Aigrefeuille zurück. Am Grab von Bernard Fouchard wurde bei einem Gedenkakt sein langjähriger Einsatz für die Partnerschaft gewürdigt. Beim offiziellen Festabend verwiesen die Vertreter beider Gemeinden auf die 34 Jahre währende Freundschaft und die Reisegruppe konnte das Unterhaltungsprogramm eines französischen Cabaret kennenlernen. Ein Höhepunkt der Reise war sicher das Fußballspiel der jungen Damenmannschaften aus Aigrefeuille und Vilslern.

 

 

Unter der Reiseleitung von Partnerschaftsreferent Edi Poschinger führte die lange Fahrt über Strassbourg, Nancy, Troyers und Orleans zum 1332 Kilometer entfernten Aigrefeuille D‘Aunis im Departement Charante Maritime. Von dort sind es nur 18 Kilometer bis zur Atlantikküste oder 25 Kilometer bis La Rochelle. Um die Innenstadt einer altehrwürdigen französischen Stadt kurz kennenzulernen, wurde ein Zwischenstop in Poitiers eingelegt. Die Hauptstadt des Departement Viennes ist keltischen Ursprungs und trägt heute das Prädikat „Stadt der Kunst und Geschichte“.

Am frühen Nachmittag erreichte die Reisegruppe Aigrefeuille und wurde vor dem Salle de féte herzlichst begrüßt. Nach einem Willkommenstrunk warteten vor allem die jungen Gäste gespannt auf das Kennenlernen ihrer Gastfamilien. Die verbleibende Zeit bis zum Abendprogramm nutzten einige Gastgeber, um mit ihren neuen Bekanntschaften ans Meer zu fahren. Am frühen Abend trafen sich alle auf dem Friedhof von Aigrefeuille. Partnerschaftsreferent Edi Poschinger wies in einer kurzen Rede am Grab von Altbürgermeister Bernard Fouchard – er verstarb im vergangenen Dezember – auf dessen langjährigen und vorbildlichen Einsatz für die Idee der Städtepartnerschaft hin. „Es war ihm ein Herzensanliegen, dass sich viele Menschen aus unseren Gemeinden kennenlernen und erfahren, wie die jeweils Anderen leben und auf diese Weise Achtung, Verständnis und Toleranz zueinander entwickeln. Bernard versuchte immer, die Jugend mit einzubeziehen und organisierte gerne den Aufenthalt von jungen Bayern hier in Aigrefeuille“ betonte er. Die Veldener Delegation legte im Namen der Marktgemeinde eine Gedenktafel nieder.

Am folgenden Tag war Tourismusprogramm angesagt. Gemeinsam ging es nach Süden zu einem der schönsten noch originalgetreuen Dörfer Frankreichs, nach Talmont sur Gironde. Das nur 102 Einwohner zählende Dorf schmiegt sich mit seinen niederen Häusern an die im Stil der regionalen Saintonge-Romanik im frühen 12. Jahrhundert erbaute Kirche der St. Radegonde. Das Gotteshaus ist durch seine spektakuläre Lage bekannt: Direkt auf der Klippe zur Gironde steht der gedrungene Bau mit seinem reich verzierten Nordportal, das zum Dorf und zum Seemannsfriedhof führt. Dort gibt es neben Erdgräbern mehrere leere Steinsarkophage, sogenannte Kenotaphe, mit denen an verschollene Seeleute erinnert wird. Talmont war viele Jahrhunderte der Sammelpunkt für die Pilger auf dem westlichsten Jakobsweg. Von hier ging es per Schiff über die Gironde oder flussaufwärts nach Bordeaux weiter. Heute lebt das Dorf vom Tourismus und vom traditionellen Fischfang.

Nach einem gemeinsamem Abendessen im Salle de féte begrüßten die Künstler des Cabaret „Entrepot“ die Gäste. Sie begleiteten den Abend mit einem sehr abwechslungsreichen Programm mit Chansons, Tanzdarbietungen, Zauberei und Kabarett, wie es für Frankreich typisch ist. Mit diesen unterhaltsamen Darbietungen lernten viele Mitreisende erstmals die französische Unterhaltungskultur kennen. In den offiziellen Reden des Festabends blickten Bürgermeister Gilles Gay und Partnerschaftsreferent Edi Poschinger auf die sehr fruchtbare und harmonische Zeit der Städtepartnerschaft zurück und würdigten den Einsatz und den Weitblick der Männer und Frauen, die diese Freundschaft auf den Weg brachten. Sie dankten den vielen Bürgern, die in beiden Kommunen mit offenen Herzen und viel Engagement diese großartige Partnerschaft mit Leben füllen und damit ein friedliches Europa mitbauen. Anna Weindl und Manuela Hauer übersetzten die Reden und trugen sie auf französisch vor. Viel Applaus gab es für die mitgereisten jungen Damen und Herren und für die Mädels der Fußballmanschaft, die sich geschlossen auf der Bühne kurz in französisch für die erfahrene Gastfreundschaft bedankten.

Am Samstagvormittag war Familientag mit den Gastgebern angesagt. Manche fuhren mit ihren Gästen zum Stadtbummel nach La Rochelle, nach Rochfort oder ans Meer. Eine kleinere Gruppe der Veldener, denen die Gegend bereits vertraut ist, bereitete in der neuen Markthalle „la Halle“ die Präsentation von bayerischen Schmankerln vor.

Eine besondere Überraschung hatte das Partnerschaftskomitee von Aigrefeuille für Mittag vorbereitet: Alle trafen sich vor dem Rathaus auf dem Place de la Republique. In einem kleinen Festakt wurde ein sehr nett gestalteter Wegweiser „Aigrefeuille-Velden 1332 Kilometer“ enthüllt. Bürgermeister Gilles Gay bemerkte: „Wir pflegen über viele Kilometer eine sehr enge Partnerschaft, die hiermit den Bürgern vor Augen geführt wird. Auch in Velden braucht es ein Pendant zu diesem Wegweiser“ – damit überreichte er den Zwilling der Tafel für Velden.

Selbstverständlich wurde der letzte Abend in Aigrefeuille ausgiebig gefeiert, bevor es am nächsten Morgen „au revoir“ hieß. Beim Abschied mit vielen Küssen und manchen Tränen zeigte sich wieder, wie intensiv auf beiden Seiten die gemeinsamen Tage erlebt werden.

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