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Die Zu­kunft des Mark­tes un­ter der Lu­pe

von Franziska Höfelschweiger

Ein Teil der Informationsangebote im Rahmen des Städtebautages wurde im alten Sedlmeier-Haus präsentiert.

Im Rahmen des 2. Veldener Städtebautages gab es für die Bürger am Sonntag ein umfangreiches Informationsangebot zum Stand der Ortsentwicklung, aber auch Gelegenheit zur konstruktiven Diskussion. Das Interesse an der Ortsentwicklung soll durch noch mehr Kommunikation geweckt und gestärkt werden.


Bürgermeister Ludwig Greimel eröffnete den 2. Städtebautag in der gut gefüllten ehemaligen Wohnstube des alten Sedlmeier-Hauses mit der Begrüßung der Gäste. FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer aus Velden zeigte sich in einem Grußwort erfreut über die Ortsentwicklung und lobte die bisher geleistete Arbeit. Auch eine Anregung in Sachen Ortsentwicklung hatte sie parat: Eine Pension oder ein kleines Hotel, so Bauer, sei nicht nur für die touristische Entwicklung des Marktes eine Notwendigkeit. Warum Velden ein Parkdeck braucht, war nach dem Grußwort des stellvertretenden Landsrats Rudolf Lehner, in dem er die Bedeutung der Städtebauförderung als Chance für die ländlichen Kommunen würdigte und sich erfreut über die Entwicklungen in Velden und insbesondere das Parkdeck zeigte, Thema des Vortrags des Bürgermeisters Ludwig Greimel.

In seiner Rede ging er auf die bisherige Parksituation ein und die Notwendigkeit, Parkraum in Form eines Parkdecks zu schaffen, um innerorts eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erreichen. Die Frage, die den meisten Besuchern auf den Nägeln brannte, nämlich die Frage nach der geplanten Parkraumbewirtschaftung, beantwortete Greimel eindeutig: „Es wird im öffentlichen Parkhaus keine privaten Dauerparkplätze/Stellplätze geben.“ Man plane, die Gebühren für das Parken im Parkdeck moderat zu gestalten und wolle auch Sorge dafür tragen, dass die verbleibenden kurzen Wege zu den benachbarten Ärzten und Therapieeinrichtungen barrierefrei bleiben. Für ein bis zwei Stunden, also das Kurzparken im Parkdeck, werden keine Gebühren anfallen, versicherte der Bürgermeister.

Zum Stichwort E-Mobilität gab der Bürgermeister bekannt, dass es im Veldener Parkdeck auch Ladesäulen für E-Autos geben werde. Im Anschluss an den Vortrag konnten sich Vertreter aus Politik und Verwaltung bei einer Begehung des Parkdeck-Rohbaus mit der Architektur vertraut machen.

„Städtebauförderung: Warum es sie gibt, was sie tut und wem sie nützt“ – so lautete im weiteren Verlauf der Veranstaltung ein Impulsvortrag von Michaela Hurle, Baurätin in der Regierung von Niederbayern und „wichtigste Verbündete“ in Sachen Veldener Ortsentwicklung, wie Bürgermeister Ludwig Greimel in seiner Anmoderation betonte. Zielsetzung der Städtebauförderung sei es, so Hurle, den ländlichen Raum als Lebens- und Arbeitsumfeld zu stärken. Dies wolle man erreichen, indem die Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum verbessert und die Folgen des wirtschaftlichen und demografischen Wandels so bewältigen helfe. Als Kernziele der Städtebauförderung nannte die Baurätin das soziale Zusammenleben, die Aufwertung des öffentlichen Raumes, die Stadtgestalt und Baukultur, die stadtverträgliche Mobilität sowie das Erreichen beziehungsweise den Erhalt der Funktionsvielfalt und Versorgungssicherheit in Handel, Handwerk und bei den Dienstleistungen.

Bevor die Veldener Projektmanagerin für die Ortsentwicklung, Heike Arnold, ihren Rück- und Ausblick auf die Ortsentwicklungsprojekte und -maßnahmen präsentierte, ging sie in einer persönlichen Stellungnahme auf die Chancen ein, die aus ihrer Sicht im Zusammenhang mit der Ortsentwicklung vor allem im „Miteinander“ zu finden sei. Die gemeinsame Klammer, das „Herz für Velden“ gebe es bereits bei vielen Alteingesessenen und genauso bei Zugereisten und ebenso gebe es bereits einige Komponenten wie schöne Gebäude und Fassaden, eine interessante Topologie, gut ausgebaute Radwanderwege und zahlreiche gut besuchte Feste und Veranstaltungen, die den Markt attraktiv machen.


Platz der Begegnung

Weil jedoch nach Schul- oder Hortschluss kaum Kinder und junge Eltern im Ortszentrum anzutreffen seien und auch ältere Bürger zu wenig Angebot hätten, sich während des Einkaufs oder auf dem Weg zum Arzt auf gemütlichen Sitzgelegenheiten auszuruhen ohne etwas verzehren zu müssen, wolle man „dem derzeit schönsten öffentlichen Parkplatz Niederbayerns“ die Chance geben, das zu sein, was ein Marktplatz sein solle – ein Platz des Miteinanders, der Begegnung, der Teilhabe und Freude, so Heike Arnold.

Wie solch ein „Hoagarten“ für das Miteinander mittendrin aussehen kann, zeigte Architektin Ulrike Färber vom Büro AGS in München anhand einiger Skizzen der drei Plätze in der Ortsmitte auf, die entwickelt werden sollen. Dabei ging sie auf die komplexen Anforderungen ein, die vor allem die Ertüchtigung des Marktplatzes mit sich bringe, denn dabei gehe es nicht allein um die Frage wegfallender Stellflächen oder die Installation eines Marktparketts, sondern vor allem um architektonische Herausforderungen wie unterschiedliche Höhen und Beläge oder die Verkehrssituation an einer Staatsstraße, die bei den städtebaulichen Planungen berücksichtigt werden müssten. „Es soll auch nicht der gesamte Marktplatz umgekrempelt und erneuert werden“, führte die Sanierungsberaterin für Velden aus. „Wir wollen die Aufwertung und das Wohlfühlen mit punktuellen Maßnahmen erreichen.“ Am oberen Marktberg, um den Maibaum herum, werde es einen Treffpunkt für Radler geben mit der Möglichkeit, an einer digitalen Stele Informationen über den Markt Velden abzurufen, während nebenbei das E-Fahrrad aufgeladen wird. Marktabwärts, auf der rechten Seite am Fußweg zwischen dem monumentalen Apoll und dem Sitzenden Mädchen vis-a-vis der Eisdiele, soll ein „Sitzen und Tafeln“ unter Bäumen ermöglicht und dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Veranstaltungen wie dem Volksfest-Auszug, dem Radrennen oder anderen Großereignissen wenigstens eine Handvoll „tribunale Sitzplätze“ angeboten werden können. Besonderes Augenmerk bei der Ortsentwicklung in Velden, so Ulrike Färber, sei aus ihrer Sicht auch auf das Brenninger-Freilichtmuseum zu richten, das „ein einzigartiger Schatz“ sei und das man noch besser in Szene setzen und damit in das Bewusstsein sowohl der Veldener als auch auswärtiger Besucher rücken könne. Am Petersbrunnen will sie mit einfachen Sitzblöcken erreichen, dass kleine wie große Besucher den besonderen Klang des Wassers, der dem Künstler so wichtig war, mit allen Sinnen wahrnehmen können.

Info: Der 2. Tag der Städtebauförderung wird in einer Dokumentation zusammengefasst und auf der Homepage www.aufbruch-velden.de bereitgestellt.

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