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Der Markt gedachte seines Künstlersohns

von Franziska Höfelschweiger

Der Einladung des Heimatvereins und des Brenninger- Freundeskreises zum Gedenkakt anlässlich des 30. Todestages von Professor Georg Brenninger war eine ansehnliche Anzahl von Veldener Bürgern gefolgt. Die Vorsitzende des Vereins, Brigitte Wutzer, hatte mit viel Aufwand den Platz vor der Gedenktafel vorbereitet. Sie begrüßte die Gäste, zu denen auch der ehemalige Heimatabgeordnete Erwin Huber zählte. Der Feier gab eine Bläsergruppe, geleitet von Wilfried Galler, eine besonders festliche Note. Das Quartett eröffnete die Feierlichkeit mit der Europahymne und steuerte im weiteren Verlauf noch einige Titelmelodien aus Filmen bei.Bürgermeister Ludwig Greimel erinnerte in seiner Ansprache daran, wie Georg Brenninger in der schweren Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Velden aufwuchs. Er wurde in eine Handwerkerfamilie hineingeboren und erlernte zunächst das Handwerk des Vaters, der Maurer war. Aber schon früh zeigte sich auch sein Interesse für die Kunst. So sind im Friedhof Velden einige Grabstätten mit Frühwerken Georg Brenningers gestaltet. Eindrucksvoll sind auch die beiden Figuren „Werden und Vergehen“, die sich auf einem Querweg des Friedhofs gegenüberstehen. Ludwig Greimel erinnerte sich noch gut daran, wie der Künstler meist mit weißem Anzug und großem „Schlitten“ nach Velden kam und die Aufstellung seiner Bildwerke überwachte. Denn er hat seinen Heimatort reich mit seinen Werken beschenkt. Am auffallendsten sind die Brunnen und die „Bergpredigt“ auf dem Platz vor dem Kindergarten.In einem weiteren Beitrag wurde detailliert die Bedeutung Georg Brenningers für das künstlerische Schaffen seiner Zeit herausgestellt. Viele bekannte Namen wurden dabei genannt, die bei ihm an der Akademie ausgebildet wurden. Unter anderem der vor kurzem verstorbene Künstler Franz-Xaver Maurer-Fox aus Pauluszell. Entdeckungen im Markt Nach dieser thematischen Einführung machten sich die Teilnehmer auf den Weg, um an einigen ausgewählten Werken entlang zum Friedhof zu gehen, wo sich das Grab des Künstlers befindet. Edi Poschinger wusste dabei einiges an Wissenswertem zu den Plastiken beizutragen. So war der Apoll für den Fries am Nationaltheater in München bestimmt. Georg Brenninger goss ihn zunächst in Bronze, weil er den Fries gern in diesem Material gefertigt hätte. Die Stadt bestand aber auf Steinfiguren. So war nach Fertigstellung des Frieses die Bronzefigur übrig. Die Stadt München hätte sie gern zur Olympiade im Jahr 1972 im Olympiazentrum aufgestellt. Aber die Münchner bekamen die Figur nun nicht mehr. Professor Brenninger schenkte sie seinem Heimatort.Der Markt Velden ist sehr stolz, ein „Freilichtmuseum Georg Brenninger“ zu sein. Er hat darum auch nach dem Tod des Künstlers weitere Werke aus seinem Nachlass angekauft, darunter die Figur der Schwimmerin, die zur Zeit im Rathaus steht, aber eigens für den Gedenkakt der Allgemeinheit präsentiert wurde; ebenso die „Muse“, ein Bronzeabguss der Muse, die auch im Fries des Nationaltheaters zu sehen ist, und die vor dem Kinderhort ihren Platz gefunden hat.Den Abschluss fand der Gedenkakt am Grab Georg Brenningers im Veldener Friedhof. Die in sich gekehrte Figur des „Betenden“ lädt dort ein, nachdenklich zu werden und über Freud und Leid im Leben nachzudenken, sich aber auch seiner Vergänglichkeit bewusst zu werden.

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