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Bürgerversammlung des Marktes Velden für das Jahr 2016 - Umfassender Bericht und Ausblick

von Redaktion

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Über 100 Zuhörer interessierten sich für den Rechenschaftsbericht und den Ausblick über anstehende Aufgaben des Marktes Velden

Ein Überblick über die kommunalen Finanzen, eine Information über den aktuellen Stand bei den Baugrundstücken der Kommune und Erläuterungen zu den Planungen für die Zukunft der Kinderbetreuung in der Gemeinde – alles, was in Velden und seinen Ortsteilen im vergangenen Jahr relevant war und was in der nächsten Zeit relevant wird, erfuhren die Bürger im Rahmen der Bürgerversammlung am 17. November 2016 im Gasthaus Maxlwirt. Bürgermeister Ludwig Greimel gab detailreich Auskunft über die Arbeit des Marktgemeinderates und das Wirken von Bürgern und Vereinen im Markt.

Rund zwei Stunden dauerten die Ausführungen von Bürgermeister Ludwig Greimel, die von der Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde bis zu einem Bilderbogen des Gemeindegeschehens im vergangenen Jahr reichten. Apropos Einwohner: Laut den aktuellen amtlichen Zahlen hat Velden 6853 Einwohner und rund 2600 Haushalte. Im Zeitraum von 2004 bis 2014 ergebe sich nach den offiziellen Zahlen ein Bevölkerungswachstum von 1,2 Prozent, führte Greimel aus. In die Statistik würden auch die Asylbewerber einfließen, die ja teilweise relativ schnell wieder aus Velden in andere Orte gezogen seien. Rechne man diese Gruppe aus der Bevölkerungsentwicklung heraus, ergebe sich für den Markt im abgelaufenen Jahr ein Bevölkerungswachstum von 3,5 Prozent. „Das ist überdurchschnittlich“, freute sich der Bürgermeister.

Mit einem Abstecher auf die Asylthematik gab Ludwig Greimel bekannt, dass die vom Landkreis Landshut vor rund einem Jahr eingerichtete Notunterkunft im ehemaligen Supermarkt am Eschenweg seit Monaten leer sei und auch nicht wieder belegt werde. Die Gemeinde warte für das Gebäude auf eine neue Nutzung, die schon vor der zwischenzeitlichen Nutzung für Asylbewerber angestrebte Ansiedlung eines Lebensmittel-Nahversorgers an dieser zentrumsnahen Stelle werde durch eine entsprechende Bauleitplanung vom Marktgemeinderat rechtlich unterstützt.

Velden und seine Ortsteile sind gefragt als Orte zum Wohnen und Leben, das machten auch die Ausführungen Greimels zur Baulandpolitik in der Gemeinde deutlich. „Im Kornfeld herrschte rege Bautätigkeit, einige Bauherren sind schon eingezogen“, freute sich Ludwig Greimel. Von den 76 Grundstücken am „Kornfeld“ seien 66 in den freien Verkauf gegangen, alle gemeindlichen Grundstücke habe man mittlerweile vergeben. Aber auch in den Ortsteilen ist Baugrund gefragt gewesen: So seien nach immerhin 20 Jahren im Baugebiet Eberspoint nunmehr alle Grundstücke verkauft, für das gerade in der Planungsphase befindliche Wohngebiet in Vilslern konnte Greimel eine zweistellige Bewerberzahl melden – bei sieben zur Verfügung stehenden Grundstücken. „Vor diesem Hintergrund ist die Gemeinde in der Pflicht, weiteres Bauland auszuweisen – was aber deshalb problematisch ist, weil viele Grundbesitzer angesichts der Wirtschaftslage lieber ihre Sachwerte behalten als Geld zu bekommen.“

Mit der Baulandnachfrage und der Bevölkerungsentwicklung direkt im Zusammenhang steht die Situation bei der Kinderbetreuung im Markt. Hier kündigte der Bürgermeister weitere notwendige Investitionen an. Mit aktuell 108 Kindern im Kinderhaus Sonnenschein in Velden und 63 Kindern im Kindergarten St. Andreas in Eberspoint seien beide Einrichtungen an der Kapazitäts-Obergrenze angekommen. Für Eberspoint sei der Ausbau von drei auf fünf Gruppen schon ins Auge gefasst, hier sei man in Vorgesprächen und Detailplanungen auch schon sehr weit, dennoch werde man in der Zukunft um den Bau eines weiteren Kindergartens in Velden nicht herumkommen, blickte der Bürgermeister voraus. Weitere Kapazitäten werde man auch beim Kinderhort schaffen müssen.

„Rentierliche Schulden“

Die Bürger erhielten am Donnerstag auch einen generellen Überblick über die laufenden Haushaltsplanungen der Marktgemeinde. Mit 21,5 Millionen Euro Gesamtvolumen habe man für 2016 einen Rekordhaushalt zusammengestellt, betonte Bürgermeister Greimel. Die für 2016 prognostizierten Schulden von 2,931 Millionen Euro würden sich dabei zunächst einmal nach einer hohen Schuldenlast anhören, räumte Greimel ein. „Aber ein guter Teil dieser Schulden ist rentierlich, der Markt bekommt also hier durch den Verkauf oder die Verpachtung von Grundstücken seine Außenstände wieder herein“, bekamen die Bürger von Ludwig Greimel versichert.

Kurz ging der Bürgermeister auch auf den Stand des Ortsentwicklungskonzepts ein. Man habe die Leerstandsbeseitigung und das Geschäftsflächenkonzept für das Zentrum angepackt, im Rahmen des Fassadenprogramms seien vier Objekte gefördert worden. Im Marktkern habe man Barrieren erfasst, die im Rahmen einer Neugestaltung beseitigt werden sollen. Die Planungen für ein Parkdeck an der Jahnstraße mit 70 bis 80 Stellplätzen laufen, ebenso die Vorarbeiten für einen Erlebnisraum an der Vils. „Wir kommen langsam aber sicher voran, teilweise mahlen die Mühlen der Behörden etwas langsam“, meinte Bürgermeister Greimel zu einigen Verzögerungen in den Zeitplänen.

In den Wortmeldungen der Bürger machte ein Anlieger des Volksfestplatzes auch im Namen von Nachbarn seinem Ärger über zu spätes Remidemmi vom Festplatz her und im Marktzentrum Luft: „Das Volksfest dauert mittlerweile von Donnerstag bis Montag der folgenden Woche. Teilweise wird um drei Uhr morgens laute Discomusik gespielt. Und an Pfingsten fahren um drei Uhr morgens Traktoren im Markt herum. Da wird wenig Rücksicht auf die Anlieger genommen“, lautete der Vorwurf. Bürgermeister Greimel meinte dazu, dass man über die Kritik nachdenken müsse, Lärmbelästigung müsse im Rahmen bleiben. Eine weitere Anregung betraf die unterschiedlichen Busfahrpläne am Schuster-Parkplatz, diese sollten nach Möglichkeit vereinheitlicht und besser lesbar gemacht werden. Ein Fragesteller wollte wissen, ob Ausbaubeiträge für Straßen in der Gemeinde ein Thema seien. Dazu führte Bürgermeister Greimel aus, dass das aktuell kein Thema sei in Velden. „Und solange wir die Straßenbaumaßnahmen aus Eigenmitteln finanzieren können, gibt es auch kein Problem damit, dass wir keine solche Ausbaubeitragssatzung haben“, fügte Greimel an.

Quelle: Pressebericht in der Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 19. November 2016

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