Blick vom Petersbrunnen aus auf das historische Ensemble mit früherem Rathaus

Markt Velden -

"Irgendwie und Sowieso" eine Perle des Vilstals

Etwas ganz Besonderes war der schöne Markt Velden schon vor mehr als 1200 Jahren. Doch der Bekanntheitsgrad der Gemeinde stieg erst sprunghaft an, als sie 1986 in der Serie "Irgendwie und Sowieso" auf den Fernsehbildschirmen Deutschlands auftaucht.

Dass die Serie des Bayerischen Rundfunks über die wilden 68er mit Ottfried Fischer in der Traumrolle des Joghurt verschlingenden Eigenbrödlers Sir Quickly zum Kultstatus gelangt und nach 30 Jahren noch immer aktuell ist, traute sich bei den Dreharbeiten in Velden niemand zu träumen.

Es scheint, als hätte „Irgendwie und Sowieso" für den Markt vielfältige Bedeutungen. „Irgendwie und sowieso" gelang es 1971 den Durchgangsverkehr aus dem Ort auf die Umgehungsstraße zu verlagern. Im Schatten des überregionalen Verkehrs entwickelte sich der Marktplatz mit seiner besonderen Topografie zu einer wahren Perle des Vilstals. Die auffällig verspielten, unter Ensembleschutz stehenden Häuserfronten und Dachformen der am Marktplatz anliegenden Häuser aus dem 19. Jahrhundert sowie die hakenförmige Anlage des malerischen Marktplatzes zeichnen das Ortsbild Veldens in besonderem Maß aus. Das ehemalige Rathaus - die heutige Gemeindebücherei - sowie die alte Schmiede am unteren Markt mit ihren beiden wohlgeformten Arkadenbögen sind dabei die architektonisch herausragenden Gebäude.

„Irgendwie und Sowieso" hinterließ der Veldener Heimatsohn Professor Georg Brenninger seinem Geburtsort ein Geschenk der besonderen Art: mehr als 20 Bronzeskulpturen aus seiner Hand sind in Velden zu bewundern und machen den Markt zu einem kleinen Freilichtmuseum, auf dessen großartigen Reichtum so manche Stadt stolz wäre.

Nachdem der Bahnanschluss von Velden nach Dorfen bis 1993 mit wenigen Gütertransporten aufrecht erhalten wurde, erfolgte 1995 der vollständige Abbau der Gleisanlagen. „Irgendwie und Sowieso" wurde die ehemalige Bahntrasse durch das malerische Vilstal abseits großer Verkehrswege zu einem der landschaftlich schönsten Radwege Bayerns umgestaltet und entwickelte sich zu einem Mekka für Radfahrer, Skater und Spaziergänger. Durch die mutige Aktion des Veldener Gastwirts Markus Böckl, der einen ausgedienten Messwagen der Bundesbahn auf die letzten erhaltenen 20 Meter Bahngleis nach Velden holte und ihn seither in den Sommermonaten als Café mit Biergarten betreibt, erhielt das denkmalgeschützte Bahnhofsensemble nochmals eine herrliche Aufwertung.

Verbunden mit einer maßvollen Bebauung hat Velden „Irgendwie und Sowieso" vom nahe gelegenen Münchner Flughafen profitiert und sich zu einem Unterzentrum in Niederbayern entwickelt. Herausragende Freizeitmöglichkeiten der knapp 6.900 Einwohner zählenden Vilstalgemeinde bieten neben dem Vilstalradweg die schönen Sportstätten, zwei Turnhallen sowie das weitläufige Freizeitgelände im Anschluss an das Sportgelände des TSV Velden, das im Sommer von zahlreichen Jugendgruppen für Zeltlager genutzt wird. Ein überaus aktives Vereinsleben mit vielschichtigen Angeboten schafft abwechslungsreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der Gesellschaft.

Der Raum Velden ist geprägt von einer Streusiedlung. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es in der Gemeinde auf etwas mehr als 49 Quadratkilometer 130 verschiedene Ortsnamen gibt. Die herrliche Natur mit der hügeligen Landschaft wird von vielen Besuchern oftmals als die „Toskana Bayerns" bezeichnet.

Auch völkerverbindend hat der Markt Velden Akzente gesetzt. Seit 1976 besteht eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Roana in der Region Venetien. Die zweite Partnerschaft mit der französischen, am Atlantik gelegenen Gemeinde Aigrefeuille wurde 1985 offiziell besiegelt. Als kleiner Beitrag zu einem großen, vereinten Europa werden beide Partnerschaften mit viel Engagement und gegenseitigen Besuchen gepflegt.